Prambanan
Java, Indonesien
10. Jh.
Südlich des Vulkans Merapi (Zentraljava), umgeben von Reisfeldern, liegt die größte shivaitische Tempelanlage Indonesiens: der Prambanan.
Während der Mataram-Dynastie im 8. Jahrhundert begonnen und ca. 915 fertiggestellt, ist das Bauwerk der Epoche des Synkretismus zuzuordnen. Ein Umstand, der sicher auch auf die räumliche Nähe zu Borobudur und die Überschneidung der Bauzeiten zurückzuführen ist. Offenbar wurde gleichzeitig für beide Bauwerke gearbeitet, somit sowohl für Shiva-, als auch für Buddha-Anhänger.
Der Komplex, auf einem rechtwinkligen Sockel angelegt, bestand aus acht Tempeln. Sie waren von 156 Schreinen umgeben, wovon der größte Teil zerstört ist. Die Symbolik der Anlage beruht auf hinduistischem Glauben, wonach es eine oberste Gottheit gibt, die als trimurti drei Verkörperungen auf Erden annimmt: als Brahma, Vishnu oder Shiva.
Der Haupt-Tempel, Lara Jonggrang, ist Shiva geweiht und am besten erhalten. Als deutliche Analogie zu Borobudur kommt auch hier die vertikale Dreiteilung als Symbol des Kosmos zum Tragen. Der Tempel weist vier Cellae auf, wovon die Hauptkammer mit reicher Ornamentik versehen ist. Eine drei Meter hohe Statue Shivas wacht an der Rückwand. Südlich des Baus liegt der Brahma-Tempel, im Norden der des Vishnu. Beide besaßen je eine Cella und sind erheblich zerstört. Diesen drei Heiligtümern gegenübergestellt waren die Tempel der mystischen Reittiere der trimurti, von denen nur noch eines existiert. Seitlich der Terrasse gab es zwei kleine Tempel, die wohl als Schatzkammer dienten.
Hintergrund: Haupt-Tempel
Tatsächlich liegt der Haupt-Tempel nicht im Schnittpunkt der Diagonalen der Terrasse. Während Restaurierungsarbeiten entdeckte man im Kreuzungspunkt (unter einer Statue) eine Urne mit Grabbeigaben. Es ist anzunehmen, dass das Bauwerk ein Grabmal für Könige und fürsten sein sollte.

Borobudur (Java, Indonesien)