Kloster Eberbach
Eltville
etwa ab 1147
Die Klosteranlage Eberbach zählt zu den wichtigsten mittelalterlichen Klosterbauten Europas, ist sie doch – neben Maulbronn – Deutschlands besterhaltene Zisterzienserabtei. Aufgrund der Lage in einem bewaldeten Tal des Rheingaus konnten die Mönche von der Gründung im 11. Jahrhundert bis zur Auflösung des Klosters im Jahre 1803 Weinbau und -handel betreiben.
Gegründet wurde die Abtei 1135, in einer Zeit, die von Reformbewegungen innerhalb der Klöster geprägt war. Einer Verweltlichung der Orden entgegentretend, besann man sich auf die Regel des heiligen Benedikt zurück: „ora et labora“. Die Zisterzienser vertraten sie streng und übertrugen ihre Ideale auch auf die Architektur. Die Basilika, ein beeindruckendes Beispiel romanischer und wenig veränderter Architektur, zeigt dies deutlich anhand ihrer schmucklosen Mauern, der massiven Pfeilern und einfachen Rundbogen-Arkaden.
Die Kirche (gebaut ca. 1147-1186) bildete das Zentrum der Anlage. Direkt dahinter schlossen die Klausurbauten an. Eine Klostergasse trennte den Bereich der Mönche vom Kloster der Laienbrüder, dem Konversenbau, einem übrigens eindringlichen Beispiel für die Baukunst der Zisterzienser. Etwas abseits des Klosters errichtete man das Hospital. Der hohe, dreischiffige Hospitalraum blieb von Umbauten verschont und versetzt den Besucher regelrecht zurück in die Zeit des Mittelalters. Schließlich fasste eine Ringmauer alles zusammen: Sie ist 1100 Meter lang, 5 Meter hoch und bis heute komplett erhalten.
Hintergrund: “Der Name der Rose”
Spätestens seit der Verfilmung des Romans „Der Name der Rose“ von Umberto Eco, für das Eberbach häufig Drehort war, wurde die Abtei zum Synonym für die typische mittelalterliche Klosteranlage. Popularität verschaffte Eberbach auch seine jahrhundertelange Tradition im Weinbau. Heute finden in den von Grund auf sanierten Räumen kulturelle Veranstaltungen, Weinversteigerungen und -proben statt.

Kloster Eberbach (Eltville, Rheingau)