Kloster Alpirsbach
1095 – 1125
Die Klosterkirche Alpirsbach im Schwarzwald zählt zwar zu den zahlreichen Klöstern, die Ende des 11. Jahrhunderts vor dem Hintergrund der benediktinischen Ordensreform entstanden sind, doch ihr gut erhaltener Bauzustand macht sie zu einem eindrucksvollen Zeugnis ihrer Epoche.
Ihre Gründung im Jahre 1095 fällt in die Zeit des Investiturstreits. Unter massiven Auseinandersetzungen stritten Kaiser und Papst nicht nur um das Recht auf die Besetzung geistlicher Ämter, sondern auch um die Frage der Herrschaft.
Ein wichtiger Impuls für die Ausführung Alpirsbachs kam aus der Hirsauer Bauschule. Das Kloster Hirsau, Ordenszentrum der Benediktiner, stand unter dem Einfluss der Neuerungen, die nach dem Jahr 1000 von Frankreich durch das burgundische Kloster Cluny ausgingen. Nach den Regeln des Benedikt führten die Mönche ein Leben der Askese und Meditation. Ihre Architektur präsentierte sich streng und monumental: flach gedeckte Kirchenschiffe ohne jegliche Malerei oder Plastik, dafür mit äußerst steilen Räumen.
Die heutige Klosterkirche entstand ca. zwischen 1125 und 1133. Das erste Langhausjoch vor der ausgeschiedenen Vierung fiel auf, da die Seitenschiffe eine Tonnenwölbung vorwiesen, der Rest aber flach gedeckt war. Es setzte so den nach Osten orientierten „chorus maior“ vom „chorus minor“ ab. Zusätzliche Trennung erfolgte durch eine Chorschranke, die heute nicht mehr existiert. Trotz vieler Umbauten ist die Klausur, deren Zentrum der Kreuzgang bildet, noch komplett erhalten.
Hintergrund: Alpirsbach
Dass Alpirsbach auf eine lange Tradition als Klosterstadt zurückblicken kann, davon zeugt das Wappen der Gemeinde. Besucher der Klosteranlage erhalten hilfreiche Unterstützung durch das Klostermuseum, das Informationszentrum sowie das Stadtgeschichtliche Museum.

Kloster Alpirsbach (1095 – 1125)