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Borobudur

Java, Indonesien

8. – 9. Jh. n. Chr.

Der Borobudur in Zentral-Java, nahe der Stadt Yogakarta, gilt als das größte buddhistische Baudenkmal außerhalb Indiens.

Etwa zwischen 780 und 850 n. Chr., während der Sailendra-Dynastie, entstand der Stupa Borobudur. Java wurde damals von verschiedenen kulturellen und religiösen Strömungen beeinflusst, insbesondere aus Indien. Im 19. Jahrhundert wieder entdeckt, schließlich im 20. Jahrhundert mit großem Aufwand restauriert, zählt die Anlage heute zum Weltkulturerbe.

Als Tempel im eigentlichen Sinne lässt sich Borobudur nicht bezeichnen, da er nicht über Innenräume verfügt. Vielmehr ist es eine nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtete, über neun Terrassen aufsteigende Stufenpyramide. Von der 123 m messenden quadratischen, 36-fach gegliederten Basis führen axial liegende, steile Treppen zum krönenden Hauptstupa. Die Ost-Treppe stellt den zentralen Zugang dar.

Die kosmischen Sphären Khamadhatu (Wunsch-Sphäre), Rupadhatu (Sphäre der Form) und Arupadhatu (formlose Sphäre) gliedern den Baukörper in drei Abschnitte und symbolisieren den Weg von der Erkenntnis zur Erlösung. Ein 2,5 km langes Band aus Reliefs, die Szenen aus dem Leben Buddhas wiedergeben, säumt den Weg des Pilgers zu Arupadhatu. 72 Stupas, gitterähnlich durchbrochene Steinglocken, in denen sich Figuren des meditierenden Buddhas befinden, haben nun den Reliefschmuck abgelöst, um den Gegensatz von Körper und Geist zu verdeutlichen. Die Pilgerfahrt endet am 8 m hohen Hauptstupa, in dessen Inneren sich eine merkwürdigerweise unvollendete Buddha-Figur befindet.


Hintergrund: Stupa
Der Legende nach soll es Buddha selbst gewesen sein, der die Form des Stupa festlegte. Er legte sein Gewand zu einer Art Hügel zusammen, setzte darauf seine umgestürzte Almosenschale und wiederum darauf einen kleinen Stock. So soll die Aufteilung in die 3 Sphären vonstatten gegangen sein.

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