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Gestaltung und Einrichtung der Trainingsräume in Leipzig, Wachsmuthstraße 4
Eröffnung November 2008


Gestaltung und Einrichtung der Trainingsräume in Leipzig,
Markranstädter Straße 9, September 2006


Fotos: Andrea Mende, Kathrin Grobelnik, Falk Lehmann (Comando GmbH)
www.chisao.de



Kampfkunst- und Bewegungsstudio CHISAO, Leipzig

Gestalterisches Konzept für das Studio Markranstädter Straße 9

1. ANSATZ
Bei der Gestaltung der Räumlichkeiten stand eine Überlegung im Vordergrund: sich von dem typischen Aussehen gängiger Kampfkunstschulen abzuheben. Wing Tzun versteht sich als ganzheitliche Kampfsportart. Neben den Bewegungsabläufen zur Selbstverteidigung erfahren die Schüler auch Konzentrationsübungen, Übungen in Atmung und Meditation. Die Art der Raumgestaltung soll dieses Selbstverständnis transportieren und eine Erlebniswelt schaffen, die Training und Entspannung als ganzheitliche Erfahrung vermittelt. Ein separater Bereich ist für Rolfing vorgesehen – eine therapeutische Behandlung, um die Körperhaltung zu verbessern. Hierfür ist eine Umgebung wichtig, in der sich der Patient wohl fühlen und somit gezielt mitarbeiten kann. Mit ihrer Kombination aus Sport und Wellness erfüllt die Kampfkunstschule den hohen Anspruch der heutigen Kundschaft nach Mehrnutzen und unterscheidet sich klar von der Konkurrenz.

2. FUNKTIONSBEREICHE
Die Kampfkunstschule teilt sich auf in folgende Funktionsbereiche: Eingang, Empfang und Rezeption mit Küche, Bar und Relaxzone 1, Wing Tzun-Training, Rolfing, Relaxzone 2, Umkleiden Damen und Herren, Duschen Damen und Herren, Waschraum und Toiletten Damen und Herren, Gäste-WC, Abstellraum und Büro.

3. FARBEN UND MATERIALIEN
Farben wecken Assoziationen und Gefühle. Sie beeinflussen das Wohlbefinden, sowohl physisch als auch psychisch. Die für die Kampfkunstschule ausgewählte Farbskala setzt sich zusammen aus Grün, hellen Naturtönen, Dunkelbraun und Rot.

GRÜN
Die Fensterrahmen geben eine Farbe vor: mattes Schilfgrün. Es ist auch die Farbe der Wahl für den Industrieboden im Trainingsbereich. Grün beruhigt und harmonisiert, Grün steht für das Leben und die Natur. Grün ist auch der Bambus, das wohl typischste Gewächs Asiens. Als gestalterisches Element taucht er in Form von Fototapeten bei den Relaxzonen auf sowie als

Schablonenmalerei an den Wänden. In China ist die Farbe Grün dem weiblichen Yin zugeordnet, Gelb dem männlichen Yang.

NATURTÖNE: GELBLICHES SAND, BEIGE, CREME
Diese warmen Farben erinnern an die Natur und schaffen eine Atmosphäre, die entspannt und ausgleichend wirkt. Korbmöbel zeigen sich in verschiede-nen Braun-Nuancen, Stoffe in hellem Beige, in Creme erscheinen die Wände, Laufflächen in gelblichem Sand, beige die Wandfliesen in den Nassräumen.

DUNKELBRAUN
Braun ist die Erde, Braun ist das elegantere Schwarz. Es kann Räume optisch verkleinern, vermittelt zugleich mehr Behaglichkeit. Dunkelbraun ist das Bambusparkett der Relaxzonen, sind die Bodenfliesen in den Bädern. Dunkelbraun „erdet“, vermittelt das Gefühl von Sicherheit. Auch die Möblierung nimmt die Farbe immer wieder auf.

ROT
Wing Tzun hat seinen Ursprung in China. Für die Chinesen ist Rot die Farbe von Glück und Reichtum. Rot erregt Aufmerksamkeit. Es symbolisiert Energie, Mut und Vitalität. Rot kann aber auch aufwühlen. Daher wird es akzentuiert eingesetzt: bei den Decken der Relaxzonen, im Barbereich, bei Möbeln und Leuchten sowie bei der Bädereinrichtung.

4. SYMBOLSPRACHE DER GESTALTERISCHEN ELEMENTE

BAMBUS
Das immergrüne Gewächs findet in Asien vielfache Verwendung, es gehört zum Alltag. Weil Bambus den Kräften der Natur nachgibt und dabei trotzdem standhaft bleibt, steht er in China für Ausdauer, Hartnäckigkeit und Elastizität.

KARPFEN
Für die Chinesen ist der Karpfen ein Symbol für Stärke. Sagen erzählen von seiner Beharrlichkeit, die er auf seiner mühsamen Wanderung durch die Gewässer beweist. Aufgemalte, rote Karpfen gehören zur Wandgestaltung in den Nassräumen.

5. LICHTPLANUNG

Die Kriterien für die Beleuchtung sind – die Architektur und somit bauliche Vorgaben des Raumes – die Tageslichtsituation – die Auswahl von Farben und Materialien – deren Struktur und Oberflächenbeschaffenheit – die Anforderungen an das Beleuchtungsniveau jedes einzelnen Bereiches – die Kombination aus direktem und indirektem Licht.

ARCHITEKTUR UND TAGESLICHTSITUATION
Der Charakter des ehemaligen Industriegebäudes soll bewahrt bleiben: die Stützen und zahlreichen Fensterfronten sind bestimmende Elemente bei der Innenraumgestaltung. Die großzügigen Fensterflächen erhellen von drei Seiten den Trainingsbereich bis zur Relaxzone, auch die Rolfing-Räume erhalten von drei Seiten natürliches Licht. Außer der Umkleide und dem Bad der Herren, den Duschen und dem Abstellraum verfügen auch die restlichen Zimmer über Tageslicht.

FARBEN, MATERIALIEN , STRUKTUREN
Dunkle Farben absorbieren Licht, helle Farben reflektieren es. Auch glatte, glänzende Oberflächen reflektieren mehr Licht als raue, matte Strukturen. Das ist bei der Auswahl der Lichtquellen mit zu berücksichtigen.

KÜNSTLICHE BELEUCHTUNG
Die künstliche Beleuchtung soll die Architektur des Raumes unterstreichen, die Anforderungen an das Beleuchtungsniveau jedes einzelen Bereichs erfüllen und ein angenehmes Raumklima schaffen.

ALLGEMEINBELEUCHTUNG, DIREKTES LICHT
Für die gesamte Fläche übernehmen Deckenleuchten die Allgemeinbeleuchtung. Über dem Trainingsbereich hängen Segel aus transluzentem Vinyl, die das Licht der darunter liegenden Leuchtstofflampen filtern und gleichmäßig verteilen. Über der Rezeption spenden Pendelleuchten zusätzliches Licht.

INDIREKTE BELEUCHTUNG, DEKORATIVES LICHT
Die Kombination aus direktem und indirektem Licht trägt entscheidend dazu bei, eine Wohlfühl-Atmosphäre zu kreieren. Dort, wo Konzentration, Aufmerksamkeit und klare Sichtverhältnisse gefordert sind, muss die Beleuchtung für genügend Helligkeit sorgen: beim Training, in den Umkleiden und Waschräumen, an der Rezeption, im Büro. Zum Abschalten und Regenerieren reicht eine geringere Beleuchtungsstärke aus. Stimmungslicht kommt von Wand-, Steh- und Tischleuchten, von Lichtwänden, Lichtbildern und weiteren Lichtquellen.