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Kaminzauber

Mittelpunkt behaglicher Herbst- und Winterabende

Offenes Feuer – seit jeher übt es größte Faszination auf die Menschheit aus. Wenn im Kamin die Flammen züngeln, der Duft von Holz den Raum erfüllt, steigt ein Gefühl von Wohlbehagen in uns auf. Die schönsten Kamine geben sich erlesen-nostalgisch

Alte Bauernhäuser mit ihren stattlichen, aus Naturstein oder Ziegeln gemauerten Feuerstellen erzählen noch von der eigentlichen Bestimmung eines Kamins: Über dem offenen Feuer wurde das Essen zubereitet, gleichzeitig diente der Kamin als wichtige, manchmal einzige Wärmequelle im Haus. Hier kam die ganze Familie zusammen.

Knisternde Holzscheite, flackerndes Feuer

Als Sonnenkönig Ludwig XIV. in Frankreich regierte (1643–1715), flackerte auf Schloss Versailles das offene Feuer in zahlreichen, äußerst prachtvoll ausgeschmückten Kaminen. Die einstige Kochstelle in der Küche hatte enorm an repräsentativem Wert gewonnen. Peu à  peu entwickelte sie sich mehr zur dekorativen Wärmequelle, die auch in den Räumen der Bürgerhäuser Einzug hielt. Nachdem technische Fortschritte im 18. Jahrhundert den Rauchabzug und die gesamte Konstruktionsweise verbesserten, konnten auch kleinere, dafür nicht minder kunstvolle Kamine gebaut werden. In den Salons gruppierte man Sessel und Sofas um das wieder entdeckte Zentrum der Behaglichkeit – den Kamin.

Gesellige Runde am Kamin
Treffpunkt für die Familie

Dabei beeinflussten verschiedene architektonische Stilrichtungen die Gestaltung: zum Beispiel das französische, überschwängliche Rokoko oder die schlichte Eleganz der römischen und griechischen Antike. In England zierten deren typische, neoklassizistischen Elemente wie Pilaster, Akanthusblätter oder Urnen die Kamin-Einfassungen bis ins 19. Jahrhundert. Zu einem der einflussreichen Designer, die die klassischen Formen bevorzugten, zählte Architekt Robert Adam.

Mit der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert boten sich mehr Möglichkeiten in der Herstellung und die Auswahl an Baumaterialien nahm zu. Erfreute sich die viktorianische Zeit an eklektischer Vielfalt, zeigte sich das Kamindesign der Arts-and-Crafts-Bewegung weniger detailverliebt, besann sich vielmehr auf solide Handwerkskunst.

Einladung zur Dämmerstunde

Heutzutage verhält es sich ähnlich, da man den Wert traditionellen Handwerks, altbewährter Techniken und hochwertigen Materials mehr denn je zu schätzen weiß. Moderne Kamin-Einfassungen im nostalgischen Stil, aus feinstem Carrara-Marmor, Sandstein oder Mahagoni gefertigt, sind von zeitloser Eleganz und über jeden Trend erhaben. Ob aus einem rustikalen Holzbalken gezimmert oder von strahlend-weißen Marmor-Pilastern getragen: durch den Kaminsims erhält man noch dazu den idealen Platz, um Porzellan, Familienfotos, Uhren und andere Kostbarkeiten zu präsentieren.

„Der Kamin ist das Tulpenbeet eines Wintertages“, besagt ein persisches Sprichwort. Das offene Feuer schenkt Helligkeit im Dunkeln, wohlige Wärme, wenn es kalt wird. Und eine Atmosphäre, die an Behaglichkeit kaum zu übertreffen ist.

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